Freudenbach

Zur früheren selbständigen Gemeinde Freudenbach gehören die Teilorte Schön und Erdbach mit insgesamt 353 Einwohnern. Die gesamte Fläche dieser drei Orte beträgt 1120 ha, davon werden 634 ha landwirtschaftlich genutzt, 405 ha sind Waldfläche. Das Gemeindewappen zeigt im schräg geteilten Schild oben und unten je einen Mühlstein und trägt damit den in der Gemeinde vorhandenen Sandsteinbrüchen und Sandsteinbetrieben Rechnung.

Nach den Geschichtsdaten wurde der Ort Freudenbach erstmals im Jahr 807 in einer Tauschurkunde Karls des Großen erwähnt. 1448 wechselte die Herrschaft von Hohenlohe-Brauneck zum Markgrafen von Ansbach. 1806 wurde Freudenbach von Napoleon zu Bayern, im Zuge einer Grenzberichtigung im Jahre 1810 Württemberg zugeteilt, um letztendlich im Zuge der Gemeindereform im Jahr 1972 mit der Stadt Creglingen vereinigt zu werden.

Entwicklung und wirtschaftliche Initiativen

Im Zuge der Aufstellung des Flächennutzungsplanes der Stadt Creglingen wurde die Bürgerschaft Freudenbachs in Form von Bürgerversammlungen aktiv in die Planungen einbezogen, der Ortschaftsrat hatte eine wichtige Vorberatungsfunktion.

Mit dem einzigen Freibad in der Region Creglingen, einem dreigruppigen modernen Kindergarten, einem Dorfgemeinschaftshaus und einer Gastwirtschaft mit Pension verfügt Freudenbach über wichtige Struktureinrichtungen, die sowohl für die Einwohner als auch für den Tourismus eine bedeutende Stellung einnehmen.

Freudenbach ist mit acht landwirtschaftlichen Betrieben und zwei Handwerksbetrieben ländlich geprägt.

Der Bau einer zeitgemäßen Abwasserbeseitigung in Freudenbach ist im Abwasserkonzept der Stadt Creglingen in den Jahren 2009 bis 2011 eingeplant.

Soziale und kulturelle Aktivitäten

In Freudenbach gibt es acht Vereine, die das soziale, kulturelle und sportliche Leben entscheidend mitprägen, die Dorfgemeinschaft fördern und die Lebensqualität in der Ortschaft verbessern.

Einige dieser Vereine, wie z.B. der Förderverein Freibad Freudenbach und die DLRG-Ortsgruppe, unterstützen die Stadt Creglingen durch ehrenamtliche Arbeit und Spenden bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. Darüber hinaus pflegen sie mit ihren, alljährlich im Jahreskreis wiederkehrenden Festen (z.B. Frühlings- und Kirchweihfest) die Heimattradition.

Die Dorfgemeinschaft hat über mehrere Jahre hinweg die Zeltlager des DRK ­ Kreisverbandes auf dem Freudenbacher Sportplatz in Verbindung mit dem Dorfgemeinschaftshaus und die Sommerzeltlager kirchlicher Jugendgruppen auf der Freudenbacher Holzwiese im Gemeindewald unterstützt, darüber hinaus wird der Spielplatz mit Schutzhütte an der Friedenseiche gerne für Freizeitaktivitäten jeglicher Art genutzt.

Baugestaltung und Bauentwicklung

In Freudenbach wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, die historisch gewachsene Baustruktur zu erhalten und weiterzuführen. Voraussetzung hierfür war, dass die Bevölkerung die Bereitschaft zeigte, die historisch überkommene Ortssituation weiterzuentwickeln und die gestalterischen Werte zu erkennen und in diesem Sinn fortzuführen.

Dass die Aktivierung des innerörtlichen Potentials in Freudenbach Vorrang hat vor der Erschließung von Neubaugebieten, zeigt sich darin, dass in den vergangenen Jahren insgesamt 12, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebäude, zu Wohnhäusern umgebaut wurden.

Auf die Ausweisung von Neubaugebieten wurde bisher verzichtet. Der Flächennutzungsplan der Stadt Creglingen plant jedoch zwei in der Summe 1,5 ha große ,,Gemischte Bauflächen“ im Südwesten und im Südosten des Ortsteils Freudenbach. Aufgrund der besonders guten Infrastruktur und der damit einhergehenden Entwicklungsmöglichkeiten des Ortsteils, ist diese Fläche, verglichen mit den Entwicklungsflächen anderer Ortsteile Creglingens, großzügig gewählt.

Grüngestaltung und Grünentwicklung

Die Dorfgemeinschaft legt gleichermaßen Wert auf die innerörtliche Begrünung (z.B. entlang der Gehwege, in den Vorgärten und an den zahlreichen Natursteinmauern) und auf den Grüngürtel um die Ortschaft herum. Zahlreiche Maßnahmen in diesem Bereich in den vergangenen Jahren tragen hier bereits Rechnung:

 

  • Pflanzung einer Kastanienallee in der Dorfmitte

  • Pflanzung einer Lindenallee an der Straße nach Creglingen

  • Eingrünung des Sport- und Spielplatzes am Kindergarten und Pflanzung von              Birnbäumen am Kindergartengrundstück

  • Erneuerung der Streuobstbäume an der Straße nach Tauberzell

  • Pflanzung von Obstbäumen am Grundstück Spielplatz/Schutzhütte, Anlegen einer Windschutzhecke am gleichen Grundstück, als Biotopvernetzung mit dem stillgelegten Steinbruch an der Frauentaler Straße

  • Sanierung und Erhalt der Freudenbacher Dorflinden am Friedhof

  • Neugestaltung des Friedhofes mit Reihengräbern und Doppelgräber

  • Freimachen des Freudenbacher Schlegelsees als Biotopvernetzung zum Eisenbachsee

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    Das Dorf in der Landschaft

    Freudenbach liegt auf der rechten Hochfläche des Taubertals an der Ostgrenze des Main-Tauber-Kreises, direkt an die bayerischen Dörfer Neustett (Landkreis Ansbach) und Equarhofen (Landkreis Neustadt/Aisch) angrenzend

    Das Dorf, das man als fränkisches Haufendorf bezeichnen kann, liegt eingebettet in einer Mulde am Beginn eines bei Frauental in die Steinach mündenden Baches, des ,,Freudenbaches“. Freudenbach ist eingesäumt vom Staatswald ,,Eisenbach“ auf der Ostseite und vom Staatswald ,,Klosterwald“ auf der Nordwestseite. Auf der Höhe zwischen Craintal und Schön ist das Rosenberger Holz und auf der Südwestseite in Richtung Tauberzell/Schön der Gemeinde- und Privatwald ,,Lache“. Die landwirtschaftliche Nutztfläche teilt sich auf in 3/4 Ackerfläche verschiedener Bonitäten (Lehm, sandiger Lehm, Sandböden, z.T. auch mit Muschelkalkunterlage) und 1/4 Grünland. Die beim Hausbau vorherrschenden Materialen sind der heimische Sandstein, aber auch der in der Markung mehrfach vorkommende Muschelkalk. Die Freudenbacher legten in der Vergangenheit ein besonderes Augenmerk auf die innerörtliche Bauentwicklung und die Erhaltung alter Bausubstanz. Bei zahlreichen Umnutzungen von landwirtschaftlichen Gebäuden zu Wohngebäuden haben die Bauherren die historische Bausubstanz in ihre Sanierung einbezogen und damit den Charakter des Dorfes bewahrt. Durch den Erhalt weiterer Infrastruktureinrichtungen wie Gasthaus, Kindergarten, Bankzweigstelle, Freibad und ein reges Vereinsleben ist es gelungen, den Einwohnerrückgang im Dort in Grenzen zu halten.

    1200 Jahre Freudenbach

    Zusammen mit den Nachbardörfern Archshofen und Waldmannshofen